“Ähm, ich hätte da wohl mal eine Frage: Pauli, WordPress, (Netz)Kultur — das ist ja ein bisschen wie Sauerkraut mit Vanillepudding und Currypulver, oder?”
Interessant, dass Sie das fragen. Vermutlich meinen Sie, diese Dinge hätten miteinander wenig gemeinsam, richtig? (Dabei klingt Ihre Zusammenstellung verlockend… haben Sie da ein Rezept?)
Auf den ersten Blick mag das wohl so scheinen, aber werfen wir mal einen Blick auf die Idee hinter det Janze. (Da kommt mir doch spontan die Hertha in den Sinn — nee, den Tabellenplatz hat sie wirklich nicht verdient…)
Der FC St. Pauli ist eine Art Schmelztiegel. Was verbindet, ist die Liebe zu einem Verein, der mehr ist als ein Fußballclub. Manche sagen, die Hingabe dort hätte religiöse Züge. (Na denn…)
Obwohl: So falsch liegen diese Manchen vielleicht garnicht. Die Liebe zum FC St. Pauli verbindet Menschen, die sonst kaum Berührungsspunkte hätten (oder haben wollten). Ich hatte mal für eine Saison eine Sitzplatzdauerkarte — die Damen in der Reihe hinter uns, allesamt jenseits der 70 und im Trikot, gingen während des Spiels ihren Handarbeiten nach. (Irgendwo habe ich auch noch einen selbstgestrickten Schal, den sie mir geschenkt haben — braun-weiß, aber das versteht sich wohl von selbst.) Aber bei Fehlentscheidungen des vermeintlich Unparteiischen ging ein kollektiver Ruck durch die Rentner-Riege. Sie sprangen auf, wütend mit ihren Stricknadeln gestikulierend, drohend, dass sie wüssten, wo des Schiedsrichters Auto steht. Klar, das machen im Millerntor alle — aber genau das ist es: Ob Broker oder Punk, St. Pauli ist die eine Liebe. You’ll never walk alone. Pauli ist mehr als Fußball — es ist eine Offenbarung, eine ganz eigene Kultur. Und der Stadtteil lebt, ist bunt und selbstbewusst.
Und WordPress? Steht für ein Blog-Erlebnis erster Klasse. Auch dieses Ding hier läuft mit WP. Ab und zu muss man in die Untiefen der Programmierung vordringen, damit das, was Sie sehen können, auch genauso aussieht, wie sich der Autor das wünscht. Code is poetry, sagt WordPress. Naja, logisch irgendwie, nehmen Sie mal ein paar Bastelbögen, Buntstifte und einen Klebestift — Old-School-Design– und versuchen dann, das der Welt im Netz zu zeigen. Ohne Computer haben Sie da keine Chance. Aber es ist nicht die Beschäftigung mit dem Code oder den Möglichkeiten des Rechners, von denen die Faszination ausgeht, sondern das Ergebnis. Im Zweifelsfall führt das dazu, dass mehr Menschen an Ihren kreativen Ergüssen teilhaben dürfen, als das früher der Fall gewesen wäre. Da hat sich Omi Ihr Bild neben den Eichenschrank gehängt, handgeschriebene Gedichte und Briefe haben die Herzen der Empfänger erfeut, aber auf die große Bühne ist das meist nicht gekommen. Richtig gut wird das Netz-Erlebnis, wenn Sie es schaffen, dem Ganzen ein individuelles Gesicht zu geben — old School in neuer Technik. Schließlich fotografieren Sie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera auch nicht wirklich anders als mit den analogen Boliden von früher, rein technisch gesehen.
Hier soll es darum gehen, wie Sie mit WordPress Ihre Auftritte im Netz zu einem echten Augenschmaus für den Betrachter machen können. Die Poesie der Technik, wenn Sie so wollen. Kultur im Blog. Und was Sie tun können, damit das auch so übermittelt wird. Schöne Designs, nette Erweiterungen, nützliche Einstecker (neudeutsch: PlugIns).
Und da wären wir auch schon bei der (Netz)Kultur angelangt. Netz steht bewusst in Klammern, es geht eben nicht nur um Kultur im Netz, sondern auch abseits davon. Musik, ein Film vielleicht, Bücher, na klar. Rein subjektiv, logisch, aber gut, hoffe ich. Wo habe ich etwas gefunden? Welche Bücher haben mich berührt, welche Blogeinträge zum Schmunzeln gebracht? Meine Entdeckungen und Fundstücke, in mundgerechten Häppchen aufbereitet.
Also: Pauli? Ist Kultur. Gelebte, zelebrierte Fußball- und Stadtteilkultur. WordPress? Ist auch Kultur, weil Design Kultur ist. Weil Code dabei hilft, Dinge schön zu verpacken. Und so haben wir den Bogen geschlagen. Und es wächst zusammen, was zusammen… naja, auf jeden Fall passt. Ich freue mich auf Sie, wie ich es in den anderen Blogs auch tue oder getan habe oder (um zukünftige Projekte mit einzubeziehen) getan haben werde.
Oh je, ich höre mal lieber auf. Wie steht es doch im allerersten Post nach der Installation von WordPress?
“So, und nun genug geschwafelt – jetzt nichts wie ran ans Bloggen!”
In diesem Sinne…
Nix Passendes dabei. Sorry!


Sport ist nie unpolitisch. Er ist gesellschaftlich relevant und kann auch humanistische Denkansätze aushalten. Und er ist im besten Falle integrativ.